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Horton-Syndrom
Horton Syndrom
Als Horton Syndrom wird teilweise auch die Arteriitis temporalis bezeichnet. Diese Erkrankung finden Sie hier: www.arteriitis-temporalis.de.
Die Kran kheit Horton-Syndrom, teilweise auch als Horton-Neuralgi e bezeichnet, geht zurück auf den Internisten Bayard T. Horton aus Rochester, geb. im Jahre 1895.
Das Horton-Syndrom wird teilweise auch als Hem icrania ang ioparalytica bezeichnet. Weiter gebräuchlichen Bezeichnungen sind: Erythroprosopalg ie, Zil iare Neuralg ie und Cluster-Kopfschmerz.
Bezüglich der Pathogenese (= Krankheitsentwicklung) scheint dem His tamin (= ein biogenes Amin, das allergische En tzündungen fördert) eine besondere Rolle zuzufallen.
Haupt- und Leitsymptom
(= hauptsächliches und richtungsweisendes Krankheitszeichen)
beim Horton-Syndrom
(Horton Syndrom) ist ein streng
unilaterale
(= einseitige), in
aller Regel periorbital
(= um das Auge herum)
oder frontotemporal
(= Stir n-/Schlä fenbereich)
in Attacken und vorwiegend nachts auftretender
Kopfschmerz von unerträglicher
Intensität und einer durchschnittlichen Dauer bis zu wenigen Stunden.
Überwiegend wird der Schmerzcharakter mit bohrend oder brennend angegeben.
Typischerweise, jedoch nicht obligat (=
zwingend), kommt es zu Tränenfluß und konjunktivaler
Injektion (= Rötung
des Auges),
evtl. begleitet von Miosis
(= Engstellung der Pupille)
und Ptosis (partielles Hor
ner-Synd
rom)
(= Verengung der Lidspalte)
und Rhinorrhoe (=
Nasenträufeln)
als Begleitsymptome.
Manchmal treten auch Übelkeit und Brechreiz auf, was zu
Verwechslungen mit der Migräne führen kann.
Im Gegensatz zu Migränepatienten
sind Patienten mit Horton-Syndrom (chronisches und episodisches)
eher motorisch unruhig und
laufen während der Attacke umher; ihr Ruhebedürfnis ist weniger ausgeprägt als
bei Migränikern. Der einschießende Schmerzcharakter und die extreme
Schmerzintensität können zur Verwechslung mit der
Trigeminusneuralgie
Anlaß
geben. Triggermechanismen können vorhanden sein, so z.B. Flimmer- und
Flackerlicht, Aufenthalt in großen Höhen, His tamin
und Nitroglyzerin, öfters
aber auch Alkohol (Soyka 1989). Nitroglyzerin (in Form von
Nitratpflaster) verwenden wir deshalb regelmäßig als Provokationstest, um die
Stabilität eines Behandlungserfolges einschätzen zu können.
Das Horton-Syndrom tritt hpts. in zwei Formen auf:
episodisches Horton-Syndrom, gekennzeichnet durch den Wechsel von Perioden mit Schmerzattacke n und beschwerdefreien Phasen und
chronisches Horton-Syndrom: die kop fschmerzfreien Intervalle sind stets kürzer als zwei Wochen
Männer sind von einem Horton-Syndrom viel häufiger betroffen als Frauen (im Verhältnis 3:1). Die Kran kheit beginnt in der Regel im mittleren und höheren Lebensalter. Bei 20 % der Patienten finden sich andere Kopfschmerzanfälle in der Familie, bei 7% der Fälle leiden Familienangehörige ebenfalls unter einem Horton-Syndrom. Insgesamt kommt das Horton-Syndrom selten vor, betroffen sind etwa ein Prozent der Bevölkerung.
Therapie der akuten Schmerzattacke
beim
Horton-Syndrom:
Wegen der häufig
kurzzeitigen Attackendauer kommen beim Horton-Syndrom meist nur solche Methoden zur Anwendung, die
innerhalb weniger Minuten wirken können. Orale
(= Tabletten, Tropfen)
und rektale (=
Zäpfchen)
Applikation von z.B. Ergotam in ist daher nur bei längerer Anfallsdauer sinnvoll.
Die Inhalation von reinem Sauerstoff über Maske ist eine bewährte Methode
zur Kupierung des Anfalls. Die Verabreichung über eine Nasensonde ist meist
nicht ausreichend. Diese Methode hat den Vorteil, daß entsprechende Geräte zum
häuslichen Gebrauch auf Kosten der Krankenkassen verordnet werden können.
Im
Gegensatz zur akuten
Migräneattacke
spricht das akute Horton-Syndrom
in der Regel auf eine
therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw.
Lokalanästhetika)
an. Bewährt hat sich die Blockade der schmerzseitigen
Ner ven
supraorbitalis (ca.
1 ml), supratrochlearis (ca. 0,5ml), jeweils am zugehörigen Austrittspunkt, und
die großzügige flächenhafte Infiltration des dominanten Schmerzareals im St irn-
/Sch
läfenbereich.
Der Supraorbitalnerv
(in der Augenbraue)
kann auch kontinuierlich mit Katheter (* siehe unten) betäubt werden. Bei
Schmerzausstrahlungen in den O
berk iefer
muß der N. infraorbitalis ebenfalls
blockiert werden (1-2ml).
Das Lokalanästhetikum
(= örtliches Betäubungsmittel)
der ersten Wahl ist bei uns Bupivacain 0,25-0,5% (z.B. Carbostesin®). In hartnäckigen
Fällen führen wir diese Behandlung mit gutem Erfolg konsequent 2 bis 3 mal
täglich durch, auch an Wochenenden, was jedoch nur unter stationären Bedingungen
durchführbar ist.
Wiederholte Blockaden des
Ganglion stellatum
(= vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
bzw. auch des Gangl ion cerv icale superius
(= vegetative Schaltstelle im Rachenbereich) mit einem
langwirkenden Lokalanästhetikum können ebenfalls sehr hilfreich sein.
Empfohlen wird
beim Horton-Syndrom auch eine nasale (= in
die Nase)
Instillation von 1 ml 4%iges Lidocain (Xylocain®) bei 45 Grad rekliniertem (=
im Nacken überstreckt)
und
30-40 Grad zur betroffenen Seite rotiertem Kop f (Pfaffenrath 1988).
Wirksam
ist beim Horton-Syndrom
auch Ergotam in. Nachteilig ist, daß
sich bei häufigem Gebrauch ergotaminbedingte
Dauerkopfschmerzen
ausbilden kann. Wegen des schnellen Wirkungseintrittes kann
auch Dihydroergotamin (Hydergin®) i.m. (i.v.) gegeben werden (1-2mg), evtl.
kombiniert mit 1g Metamizol (z.B. Novalgin®).
Das Migränetherapeutikum
Sumatriptan (Imigran®, bzw. auch andere Triptane**) ist auch beim Horton-Syndrom
(Horton Syndrom) sehr wirksam, insbesondere subkutan
(= unter die Haut) verabreicht (6
mg) (auch mit Autoinjektor vom Patienten selbst injizierbar), ansonsten 100mg
oral (= zum Einnehmen). Bei Wiederauftreten von Schmerzen maximal zwei Applikationen
(= Verabreichungen)
in 24 Std. Häufiger wurde über ernstzunehmende Nebenwirkungen berichtet, auch in
den Medien. Bei Beachtung der Anwendungsbeschränkungen kann das Verhältnis von
Wirksamkeit und Verträglichkeit jedoch als günstig angesehen werden (Tfelt-Hansen
1993). Wegen des relativ hohen Preises dürfte Sumatriptan (gilt für alle
Triptane**) allerdings erst dann
zum Einsatz kommen, wenn andere Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen.
Schmerzprophylaxe (= Vorbeugung) beim Horton-Syndrom:
Als Mittel der Wahl gilt der
Calcium-Antagonist Verapamil (z.B. Isoptin®) (= eigentlich ein Mittel gegen
hohen Blutdruck, aber auch beim Horton-Syndrom wirksam). Dosierung: bis zu 3-4x 80
mg pro Tag, in der ersten Woche einschleichend. Der Wirkungsmechanismus von
Verapamil beim Horton-Syndrom ist unbekannt.
Neue Dosierung:
In hartnäckigen Fällen wird Verapamil bei
Horton-Syndrom
mit gutem Erfolg sehr viel
höher dosiert: bis 500 mg/Tag (und mehr), initial
(= zu Beginn)
unter ständiger RR- und
Pulskontrolle.
Als Mittel der 2. Wahl kann beim Horton-Syndrom
Lithium empfohlen werden (z.B. Hypnorex®,
Quilonum®) (=
eigentlich ein Mittel gegen die Depression, aber auch zur Vorbeugung beim
Horton-Syndrom
wirksam). Lithium soll
bereits unterhalb des empfohlenen Serumspiegels beim Horton-Syndrom
wirksam sein.
In hartnäckigen Fällen und unter strenger Abschätzung des
therapeutischen Risikos im Verhältnis zu einem möglichen Nutzen, kann eine
Kortikoid-Behandlung versucht werden, z.B. mit Prednisolon®. Empfohlene
Dosierung: 1-4. Tag 80mg, 5- 8 Tag 70mg, dann jeweils nach 4 Tagen die Dosierung
um weitere 10mg reduzieren.
Der Serotonin-Antagonist Methysergid (Deseril ret.®)
kann auch zur Prophylaxe des Horton-Syndrom
s
verwendet werden.
Teilweise wird empfohlen, zur Prophylaxe eines
Horton-Syndrom es
regelmäßig täglich
Ergotam in zu verabreichen. Wegen der Gewöhnungsgefahr und der
hohen Wahrscheinlichkeit, damit den gefürchteten
Ergotamin-Kopfschmerz zu
induzieren, muß davor dringend gewarnt werden.
Zur Prophylaxe eines Horton-Syndrom s (chronisches und episodisches) hat sich nach unserer Erfahrung auch die wiederholte therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) wie bei der Akutbehandlung sehr bewährt. Manchmal werden auch in der ipsilateralen (= gleichseitigen) Okzipi talregion (= Hinterkop f) Schmerzen angegeben; in diesem Fall blockieren wir dann auch die Ner ven occipitales major et minor. Optimal ist diese Behandlung unter stationären Bedingungen, weil dann diese Therapie konsequent 2x täglich, auch an Wochenenden, über einen Zeitraum von 2-3 Wochen durchgeführt werden kann. Unter dieser Behandlung fallen in der Regel die Schmerzanfälle zunehmend milder aus, um im Idealfalle allmählich zu sistieren.
Nichtmedikamentöse Maßnahmen beim
Horton-Syndrom:
Anders als z.B.
bei der Migräne spielen beim Horton-Syndrom
psychische Faktoren
eine eher untergeordnete Rolle, so daß diesbezüglich nur allgemeine Maßnahmen
empfohlen werden können, so z.B. ein
Schmerzbewältigungstraining.
Transkutane
Nervenstimulationen mittels Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden haben
beim Horton-Syndrom
nur selten einen positiven Effekt.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade eines Nerven mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.
** Weitere Triptane: Zolmitriptan (AscoTop 2,5®,) Naratriptan (Naramig®), Rizatriptan (Maxalt®), Almotriptan (Almogran®), Frovatriptan (Allegro®) und seit 2002 Eletriptan (Relpax®).
Aktualisiert: k 26.10.05
A
Achillobursitis,
Achillodynie,
Achillessehnenentzündung,
Adoleszentenkyphose,
Algodystrophie-Syndrom,
Algoneurodystrophie,
Algogenes Psychosyndrom,
Algurie,
alkoholische Polyneuropathie,
Amputation,
Analgetikakopfschmerz,
Anfall bei
Migräne,
anhaltende somatoforme Schmerzstörung,
ankylosierende Spondylitis,
Apoplexia,
Apoplexia cerebri,
Apoplex (1),
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Arthrosen,
Arthrose im Knie,
Arthrose (in) der Schulter,
Attacke bei
Migräne,
Auriculotemporalis-Syndrom,
Atypischer Gesichtsschmerz,
Aurikulotemporales Syndrom,
B
Baastrup,
Bandscheibenschmerz,
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Bandscheibenvorfälle
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Bandscheibenvorwölbung,
Bandscheibenvorfall (www.bandscheibenvorfall.biz)(1),
Bandscheibenvorfall (2),
Basilarismigräne,
Bechterew,
Beckenschmerz,
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Krebsschmerz,
Behandlung bei Kopfschmerzen,
Beine-offene,
Beingeschwür,
Beingeschwüre,
Beinschmerz,
Beschleunigungsverletzung,
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Bursitis subacromialis,
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D
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Deafferenzierungsschmerz,
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Ergotamin-Kopfschmerz,
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Epikondylopathie,
F
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Hunt Neuralgie
I
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Kubitaltunnel-Syndrom
L
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Lumboischialgie,
Lyme-Arthritis,
Lyme-Borreliose
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Lymphstauung,
M
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V
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Z
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Zervikal-Syndrom,
Zervikobrachialsyndrom,
Zervikogener Kopfschmerz,
Zervikozephalgie,
Zosterneuralgie (www.brennschmerzen.de/zosterneuralgie),
Zu Schmerzthemen, die Körperbereiche oder Organe betreffen, gelangen Sie
Zu allgemeinen und therapiebezogenen Schmerzthemen gelangen Sie
Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:
www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
www.norderney-insel-hotel.de
Schmerzklinik:
www.schmerzklinik-1.de
Seniorenhotel:
www.senioren-hotel.com